Tuedelkram

Über den Sinn und Unsinn des Lebens

Gott ist Tot (Nietzsche), Nietzsche ist Tot (Gott)

Gepostet am 25.01.2009 um 17:19 Uhr | 5 Kommentare Geschrieben von reizzentrum |

So lautete ein Spontispruch – irgendwann lief er mir über den Weg.

Mit der Aussage „„Wahrscheinlich gibt es keinen Gott – also hör‘ auf, dir Sorgen zu machen und genieße das Leben„“ werben Atheisten weltweit für ihren (Un?)glauben mit Plakaten auch auf Bussen. Setzt nun die grosse Sterbewelle ein und Gott kichert?

Die Atheisten legen sich dabei wundervoll mit den Kirchen dieser Welt an:

Nun hat die Organisation e-christians zu Spenden aufgerufen, um Kampagnen gegen die „gottlosen“ Busse zu finanzieren. Und in London reichte eine christliche Lobby-Gruppe Beschwerde beim britischen Werberat ein. Begründung: Für die Nicht-Existenz Gottes gebe es keine Beweise. Dies konterte der britische Humanist Peter Cave mit der Bemerkung: „Ich sehe keine Beweise für Gott, so wie ich auch keine Beweise sehe, dass auf dem Mond Ananasfrüchte herumfliegen.“ (Quelle Spiegel)

Rein wissenschaftlich gibt es keinen Gott. Da können noch so viele Theologen, Bischöfe und Päpste lospoltern und Stein und bein schwören, dass es ihn gibt. Warum sollte es ihn geben? Weil er in der Bibel beschrieben steht? Mit der gleichen Begründung darf man an die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters glauben.

Aber wir (meine Prinzessin und ich) sind ja geradezu berühmt für unsere Weisheit und Güte, deshalb möchte ich eine Brücke zwischen Atheisten und Gläubigen schlagen. Können wir uns darauf einigen, dass „Gott“ (oder eben das göttliche Wesen, dass Grundlage einer jeden Religion ist) schliesslich und endlich in uns selbst wohnt? Dass wir keine „externe“ Gottheit brauchen, sondern dass wir es selbst sind, die Gutes tun sollen? Dass wir uns selbst bestrafen, wenn wir Schlechtes tun? Dass wir am Ende unseres Lebens – wenn wir vor unseren Herrn treten –  schliesslich selbst ein Resumee ziehen müssen, ob wir „wohl getan“ haben?

ICH bin der Meinung, dass die Menschheit Religion brauchte, in den Zeiten der unaufgeklärten Menschen. Eine externe Macht, die ihnen (unter Androhung schwerer Strafen!) das Gute und das Böse definierte. Heute – in der Zeit der aufgeklärten Menschheit – sollte eigentlich jeder Mensch wissen, was er (nach den Regeln von Vernunft, Moral, Ehre und Ethik) tun darf und was nicht. Naja, und diejenigen, die zu dumm dafür sind, mit denen beschäftige ich mich halt weiterhin im Reizzentrum 🙂 (Hier will ich nicht poltern und garstig sein).

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Kommentare

5 Kommentare zu “Gott ist Tot (Nietzsche), Nietzsche ist Tot (Gott)”

  1. kuschelpunker
    Geschrieben am 25.01.2009 @ 21:39

    dazu fällt mir nur dieser uralte, dennoch bezeichnende spruch ein:

    das leben ist ein heiden spaß, also nichts für christen!

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  2. trommelschlumpf
    Geschrieben am 26.01.2009 @ 10:23

    Amen, Brüder! 😀

    **** Klugscheissmode ON ****

    „Wahrscheinlich gibt es keinen Gott…“? Richtige Atheisten müssten eigentlich schreiben: „Es gibt keinen Gott…“

    Die „wahrscheinlich“-Geschichte ist eher Sache der Agnostiker. 😉

    **** Klugscheissmode OFF ****

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  3. Fussnote
    Geschrieben am 05.10.2011 @ 09:19

    Im Urknall entstanden unsere Naturgesetze und -kräfte, darin ist sich die heutige Wissenschaft recht weitgehend einig. Nun das Problem. Eine Grundlage unserer Naturgesetze ist das Prinzip von Ursache und Wirkung; ohne Ursache kann nichts passieren. Selbst ein Ball, der auf eine Schräge gelegt wird, rollt nicht von sich aus, nicht von allein abwärts, sondern er wird von einer Kraft dazu gedrängt. In der für uns messbaren Welt kann demnach also nichts entstehen, das nicht den Naturgesetzen unterworfen wäre. Wenn diese nun aber erst im Urknall entstanden sind, dann ließe sich dem Urknall unterstellen, dass „er“ über sich selbst hinausweist auf eine Realität/Entität, die es zwingend geben muss, die auch in dieser Welt wirken kann, aber nicht von dieser Welt ist und damit auch nicht ihren Gesetzen und Messmethoden unterworfen werden kann. Dieser Ansatz zwingt zu der Einsicht, dass Wissenschaftlter niemals einen Beweis für Gott oder gegen Gott finden werden. Das wiederum bedeutet, dass es kein menschliches Vernunftargument gegen oder für Gott geben kann, denn auch die menschliche Vernunft ist den Naturgesetzen unterworfen. Somit ist niemand nur schon deshalb vernünftig oder rational-abwägend, weil es glaubt oder nicht. Und ferner ist somit im Grunde jede Debatte um die Existenz Gottes, wenn sie nur als solche geführt wird, überflüssig – sei sie auch mit noch so „vernünftigen“ Argumenten befüllt. Fruchtbar allein daran ist, dass sie immer wieder zeigt, dass „mein“ Glaube etwas ist, für oder gegen das ich mich aus persönlichem Gefühl entscheide und dass es natürlich unvernünftig ist, jemandem einen Glauben ein- oder ausreden zu wollen. Dann bekommen wir es mit unvernünftigen Menschen zutun, die unvernünftige Diskussionen führen. Die sollte jeder Vernunftbegabte meiden, ob er nun gottgläubig ist oder nicht. Denn man kann ohnehin nicht aufgrund „guter“ Argumente glauben oder nicht mehr glauben. Ich kann kann auch nicht aufgrund guter Argumente lieben oder hassen.

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  4. Glaube?
    Geschrieben am 29.11.2011 @ 19:08

    Aufgeklärte Menschen? Wo sind die? Schau Dir doch mal die Welt an. Wir haben unsere neue Religion gegründet und diese Kapitalismus betitelt. Wir haben eine spirituelle höhere Macht mit dem Geld ausgetauscht. Der typische Westeuropäer kauft so billig es geht. Dabei wird ausgeblendet, wie die Produkte hergestellt wurden. Ob dafür andere Menschen ihre Leben ließen, ob andere Tiere dafür gelitten haben. Der Mensch, der bestimmt nicht dumm ist, im Hinterkopf seine Zweifel hat, versucht diese aber so geht es geht zu ignorieren. Hat außerdem den Bonus, dass viele Informationen versteckt bleiben, er dafür kritisch denken müsste. Nur so kann er mit seiner Moralvorstellung und den billigen Produkten, an denen oft Blut klebt, leben. Inwiefern ist das Aufklärung?
    Wieso ist Religion also für unaufgeklärte Menschen? Haben sich die Menschen früher gerne von der Kirche ausbeuten lassen? Ich denke, dass die Religion (in diesem Zusammenhang nicht zu verwechseln mit der Kirche) mit Dingen wie Nächstenliebe, etc. viel zu der Menschlichkeit beigetragen hat. Das sollte auch der aufgeklärte Mensch von heute nicht außer Acht lassen, wenn er sich auf seine eigene Mündigkeit stützt.

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  5. reizzentrum
    Geschrieben am 29.11.2011 @ 19:18

    @Glaube
    Aufgeklärte Menschen glauben auch nicht an den Gott des Mammon.

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